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Hydrothermale Karbonisierung (HTC)

Aus nasser Biomasse wird Biokohle

Bei der HTC wird Biomasse unter Druck und Wärme in wenigen Stunden zu Biokohle. Wir entwickeln das Verfahren für Kläranlagen und Reststoffe und befinden uns in der Entwicklungs- und Demonstrationsphase.

Zwei grüne Container mit offenen Türen und Rohrschlangen-Modulen vor Bündner Bergen

So funktioniert HTC

Im geschlossenen System wird Biomasse bei rund 200 °C und rund 20 bar umgewandelt. Dabei spalten sich die Kohlenhydrate in Kohle und Wasser, der Prozess setzt Energie frei. Er dauert wenige Stunden und braucht in der Natur Millionen Jahre.

So funktioniert HTC: aus Bioabfällen wird Pflanzenkohle. Der Erklärfilm dauert gut vier Minuten, die deutschen Untertitel sind im Bild.

Das Verfahren in drei Zahlen

  • ca. 200 °C

    Temperatur

    Die Biomasse wird im geschlossenen System auf rund 200 °C erhitzt.

  • ca. 20 bar

    Druck

    Der Druck im System liegt bei rund 20 bar.

  • wenige Stunden

    Dauer

    Der Prozess dauert wenige Stunden, in der Natur braucht er Millionen Jahre.

Rohrschlangen im Inneren des grünen Containers

Klärschlamm und Reststoffe

Der Vorteil für Kläranlagen: Nasser Klärschlamm wird ohne Zusatzstoffe zu Biokohle, die sich leicht trocknen lässt. So entsteht dezentral ein lagerfähiger Energieträger.

In unserer Versuchsanlage mit einem Durchsatz von 180 bis 200 l/h haben wir Klärschlämme verschiedener Schweizer ARA karbonisiert. Klärschlamm ist nicht gleich Klärschlamm: Die Unterschiede waren deutlich. Zudem liess sich zeigen, dass 15 bis 20 % Fleischabfälle zusammen mit Gülle karbonisiert werden können.

Drei Wege für die Biokohle

Biokohle lässt sich auf drei Wegen nutzen:

  • Verbrennung im Zementwerk, in der Kehrichtverbrennung oder für Fernwärme.
  • Einlagerung zum Beispiel in Beton oder in Stollen.
  • Rückführung in den Boden in der Landwirtschaft.

Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral sein (Netto-Null). Das Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (Klima- und Innovationsgesetz, KlG) gilt seit Januar 2025. Abwasserreinigungsanlagen verursachen 1 bis 2 % der Treibhausgas-Emissionen der Schweiz und müssen das Ziel ebenfalls erreichen. Dazu kann HTC beitragen.

Zertifikate für Negativemissionen sind heute nur für Pyrolysekohle anerkannt. Dass auch HTC-Kohle anerkannt wird, ist unser Ziel, kein Stand.

Ventile und Rohre des Heizerskids vor blauem Himmel

Wo wir stehen

HTC der GRegio Energie AG ist in der Entwicklungs- und Demonstrationsphase. Das belegen wir:

  • Pilot- und Demonstrationsprojekt «HTC Innovationscampus Rheinmühle» des Bundesamts für Energie, 2018 bis 2020. Der Schlussbericht ist öffentlich (ZHAW Digital Collection, Mehli et al., 2021).
  • Fachartikel in Aqua & Gas (3/2021, 11/2024 und 2/2026) und im Fachartikel des Bundesamts für Energie «In vier Stunden wird aus Bioabfall Kohle».
  • Kläranlage Phoenixville, Pennsylvania (USA): die erste kommerzielle HTC-Anlage mit der Kerntechnologie von GRegio, gebaut gemeinsam mit einem Partner.
  • Pilotversuche auf der ARA Buchs im Februar 2025 und eine Marktanalyse. Im Projekt «Carbon Cascade» wird geprüft, ob eine HTC-Anlage im Grossmassstab eingesetzt werden kann.
  • Versuchsanlage im Pilotmassstab: 180 bis 200 l/h, 180 bis 200 °C, 20 bar.

Referenz in den USA: Kläranlage Phoenixville

Auf der Kläranlage Phoenixville in Pennsylvania entstand die erste kommerzielle HTC-Anlage mit der Kerntechnologie von GRegio.

  • Luftaufnahme der Kläranlage Phoenixville mit Becken, Rundbehältern und Anlagenhalle
    Kläranlage Phoenixville, Pennsylvania (USA)
  • Zwei grüne Container mit Rohrschlangen in der Anlagenhalle, Ansicht von oben
    Kläranlage Phoenixville, Pennsylvania (USA)
  • Rohrschlangen mit Flanschverbindungen in einem Anlagencontainer
    Kläranlage Phoenixville, Pennsylvania (USA)

Die Station im Energiepark Grischa

Die Station «Biomasse» im Energiepark Grischa in Chur stellt Biogas und HTC gegenüber. Sie wurde am 24. Oktober 2026 eröffnet.

  • Ausstellungswand zur hydrothermalen Karbonisierung mit Probengläsern, Reaktorschema und vier Schritten vom Reststoff zur Pflanzenkohle
    Station Biogas und HTC im Energiepark Grischa
  • Blick in die Station Biogas und HTC im Energiepark Grischa: Wandbilder eines Kuhstalls, Bildschirm und Erklärtafeln im Container
    Station Biogas und HTC im Energiepark Grischa
Heizerskid: grünes Gestell mit Armaturen und Antrieben vor einem Gebäude
Heizerskid

Patent

Für unser System zur hydrothermalen Karbonisierung besteht das Europäische Patent EP 4323479 B1 «System und Verfahren zur hydrothermalen Karbonisierung». Inhaberin ist die GRegio Energie AG, erteilt wurde das Patent am 6. August 2025.

Wärmetauscher-Modul im grünen Container vor verschneiten Bergen

Prüfen wir gemeinsam, ob HTC zu Ihrer Kläranlage passt

Wenn Sie eine Kläranlage betreiben oder planen: Im Fachgespräch legen wir offen, was belegt ist und was noch Entwicklung ist. Danach klären wir mit Ihnen, ob eine Machbarkeitsabklärung sinnvoll ist. Alex Treichler begleitet die Gespräche fachlich, Andreas Mehli ist Ihr Ansprechpartner.